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Interview mit Apostel Christophe Domenig

14.09.2025

In einer Woche ist es ein Jahr her, seitdem der damalige Evangelist Christophe Domenig als Apostel ordiniert wurde. Er betreut die Bezirke Romandie, Bern-Nord, Bern-Süd, Thun, Mittelland und Basel. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt.

Wo bist du geboren? Wie hast du deine Kinder- und Jugendzeit verbracht?
Ich wurde in Epalinges, einer Gemeinde nördlich von Lausanne, geboren. Ich hatte eine wunderschöne Kindheit, wir befanden uns in einem Kokon, der uns vor vielen Dingen schützte. Allerdings waren wir auch frei... meine Eltern wussten nur selten, wo ich war. Sie vertrauten meinen Schwestern und mir, und ich denke, dass wir dieses Vertrauen bis auf ein oder zwei Ausnahmen auch verdient hatten.
Die Jugendzeit verbrachte ich in Lausanne. In dieser Zeit habe ich sehr viel Sport getrieben, war aber auch engagiert in der Gemeinde und insbesondere mit der Jugendarbeit und der Musik.

Was hast du beruflich gemacht?
Nach einer Lehre als kaufmännischer Angestellter bei einer Versicherungsgesellschaft habe ich den eidgenössischen Fachausweis für Versicherungen und anschliessend das eidgenössische Diplom als Verkaufsleiter gemacht. Ich war stets im Marketing und Verkauf in der Versicherungsbranche tätig.

Welche Aufgaben hast du in deinem Leben in der Kirche wahrgenommen?
Reli Unterricht, Gemeinde- und Bezirksjugendleiter, Vorsteher, Bezirksvorsteher Stellvertreter, Leiter Kommunikation Bezirk.

Wie hast du auf die Anfrage zur Ordination als Apostel reagiert? Was hast du gedacht?
Soll ich ehrlich antworten? Sie haben sich geirrt, sie haben das, was Gott ihnen zeigen wollte, falsch interpretiert. Ich habe drei Nächte sehr schlecht geschlafen und hatte bis zur Ordinierung meine Mühe mit Schlafen.

Was hat sich seit dem 22. September 2024 für dich verändert?
Sehr viel, ich bin nur sporadisch zu Hause und arbeite und lebe teilweise in der Deutschschweiz. Als Apostel bist du viel allein – und das ist schon eine grosse Veränderung.

War die Umstellung für dich und deine Familie gross?
Ja, bis zu diesem Tag habe ich immer zu Hause geschlafen und konnte in den meisten Fällen mittags nach Hause gehen. Jetzt fahre ich in der Regel am Montagnachmittag los und komme am Donnerstagabend oder am Freitag nach Hause. Für meine Frau und mich ist es nach jetzt 35 Ehejahren eine grosse Veränderung. Sie begleitet mich meistens für die Sonntagsgottesdienste in der deutschen Schweiz, und dafür bin ich ihr sehr dankbar. Bei den Kindern (33 und 31 Jahre) haben sich die telefonischen Kontakte intensiviert, während die physischen Treffen stark abgenommen haben.

Hast du Hobbys? Wie verbringst du die Freizeit?
Die Berge üben sowohl im Winter als auch im Sommer eine enorme Anziehungskraft auf mich aus. Im Winter fahre ich regelmässig Ski und im Sommer gehe ich wandern oder fahre mit dem Elektrobike. Im Alltag fahre ich ein bisschen Elektrobike und versuche, mindestens einmal pro Woche spazieren zu gehen.

Vermisst du etwas von deinem „vorherigen“ Leben?
Das Familienleben muss man heute im Voraus planen oder findet spontan statt. Das ist für das Umfeld nicht einfach. Wenn ich im Dezember 2024 sage, wo wir an Weihnachten 2025 sein werden, ist es für sie unmöglich, zu antworten und sich so weit in die Zukunft zu projizieren.
Auf beruflicher Ebene sind es besonders die Beziehungen zu Arbeitskollegen und den Kunden und auf privater Ebene die Freunde.

Was ist dir wichtig für die Glaubensgeschwister, Gemeinden, Bezirke?
Das Jahr 2020 hat in den Gemeinden und Bezirken seine Spuren hinterlassen. In einigen Gemeinden wurden Chor und andere Aktivitäten nur teilweise wieder aufgenommen. Unsere Chöre hatten immer einen besonderen Stellenwert im Gemeindeleben. Singen ist auch Gott loben und Gott preisen. Es ist mir ein Herzenswunsch, dass dies beibehalten werden kann und von entscheidender Bedeutung, dass wir das, was ich als Erbe unserer Väter bezeichnen würde, nicht verlieren.
Oftmals dreht sich das Gemeindeleben um den Gemeindechor und dieses Gemeindeleben sorgt auch dafür, dass der Bezirk stark ist. Sorgen wir dafür, dass wir die Freude am Singen und Gott Loben nicht verlieren. (1. Chronik 16 ab Vers 8.)

Was berührt dich beim Besuch in den Gemeinden?
Meine Dankbarkeit, die sehr gross ist, geht an alle Glaubensgeschwister und Amtsträgerinnen und Amtsträger. Überall konnte ich fühlen, wie die Brüder und Schwestern ein offenes Herz für das Apostelamt haben. Diese Treue zu Gott berührt mich sehr. Dazu kommt, dass alle gegenüber meinen Sprachfehlern sehr tolerant sind.


Lieber Apostel, herzlichen Dank für das Interview. Wir wünschen dir viel Gottes Segen und Bewahrung auf deinen Wegen!

 

Fotos: Archiv
Interview/Bearbeitung: Brigitte Landmesser