Als Grundlage für den Gottesdienst diente eine Stelle aus dem Johannesevangelium, Kapitel 1, Verse 29 bis 31: «Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das die Sünde der Welt trägt. Dieser ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich. Und ich kannte ihn nicht. Aber damit er Israel offenbar werde, darum bin ich gekommen, mit Wasser zu taufen.»
Bereits vor dem Gottesdienst stimmte das Gemeindeorchester die Anwesenden feierlich ein. Unter anderem erklangen die Stücke «Viel Bitten hab’ ich, Herr dir vorgetragen» und «Cristo me ayuda». Bischof Thomas Wihler griff diesen Gedanken in seinem Eingangsgebet auf und betonte: «Wir wollen heute bei Gott bleiben, und wir wollen in alle Ewigkeit bei Gott sein. Dafür wünschen wir uns, dass wir die Verbindung und die Beziehung zu Ihm immer mehr aufbauen und vertiefen. Der Anfang von all dem ist, dass wir uns bewusst machen möchten, wie gross und wunderbar Er ist.»
Zu Beginn seiner Predigt verwies der Bischof, der seelsorgerisch unter anderem die Bezirke Bern-Nord, Bern-Süd, die Romandie und Thun betreut, auf die am folgenden Tag beginnende Gebetswoche für die Einheit der Christen. «Es ist eine besondere Woche, die uns als Christinnen und Christen bevorsteht», erklärte er. Zwar wisse man nicht immer, was andere Menschen im Innersten glaubten. «Aber eines ist ganz entscheidend: Dieser Gott, den Jesus Christus als seinen Vater bezeichnet hat, und der sich zu ihm bekannt hat mit der Stimme vom Himmel «du bist mein lieber Sohn», ist auch unser Gott. Unser Gott ist untrennbar mit Jesus Christus verbunden.»
In Bezug auf das Bibelwort schlug der Bischof den Bogen zum Römerbrief des Apostels Paulus, in dem die Taufe Jesu als Zeichen innerer Erneuerung beschrieben wird. «Ihr wisst doch, was bei der Taufe geschehen ist: Wir sind auf den Namen von Jesus Christus getauft worden und haben damit Anteil an seinem Tod und seiner Auferstehung. Durch die Taufe sind wir mit Christus gestorben und begraben und dürfen in einem neuen Leben wandeln.»
Thomas Wihler führte weiter aus, wie wichtig es sei, sich als Christinnen und Christen immer wieder bewusst zu machen, welch grosse Erkenntnis Gott den Menschen schenke. Diese Erkenntnis werde mit der Zeit immer tiefer und wahrer. «Sie führt uns näher zu Christus. Sie führt uns näher zur Gnade und zur Wahrheit.»
Zu dieser Wahrheit gehöre auch das Gelübde, das bei der Konfirmation gesprochen werde. Darin heisse es unter anderem: «Ich entsage dem Teufel und all seinem Werk und Wesen und übergebe mich dir, o dreieiniger Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, im Glauben, Gehorsam und ernstlichen Vorsatz: Dir treu zu sein bis an mein Ende. Amen.»
Der Bischof versicherte den versammelten Gläubigen, dass Jesus Christus dabei helfe, immer wieder neu zu leben. «Dass du neu wandeln kannst, das ist der Schlüssel zur ewigen Gemeinschaft mit Gott», sagte Thomas Wihler.
In der Co-Predigt bekräftigte ein Priester, dass Jesus auch dann wirke, wenn man das Gefühl habe, nicht mehr weiterzukommen. «Ich möchte, dass ihr euch bewusst werdet, dass dies unabhängig von unseren Umständen geschieht – egal, wie das Leben momentan aussieht. Aus dieser Liebe Jesu kann wieder etwas zurückfliessen: zu Gott und zum Nächsten.»
Ein mitdienender Priester unterstrich in seinem Predigtbeitrag, dass jeder Mensch die Möglichkeit habe, sich persönlich für Jesus Christus zu öffnen. Jesus sei zu den Sündern gekommen und habe sie angenommen. «Das ist eine Botschaft, die alle einlädt», sagte der Priester. Jesus lade dazu ein, sich nicht nur in kurzen Momenten, sondern auch über längere Zeiträume mit dem Glauben auseinanderzusetzen. Mit den Worten «Lasst uns für ein offenes Herz und die Fähigkeit, Gottes Präsenz zu erkennen, beten» schloss er seine Predigt.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls und dem Schlusssegen liess das Orchester das Stück «Wie lieblich ist Zion» erklingen. Viele der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher nutzten anschliessend die Gelegenheit, sich persönlich vom Bischof zu verabschieden.
Bericht: gw
Fotos: zVg
Bearbeitung: Thomas Wihler/Brigitte Landmesser